Erfahrungsberichte aus der Naturheilkunde

Loading

Borreliose natürlich heilen

 

 

Dr. Wolf-Dieter Storl über Borreliose und wie man sie natürlich heilen kann.



Ethnobotaniker und Kulturanthropologe

Dr. Wolf-Dieter Storl

 

-  Buchpräsentation  -

 

 

AT-Verlag

Baden und München

2007

 

 

Inhaltsverzeichnis:

 

Vorwort: Vom hohen Ross gefallen

Ethnomedizin

                        Die geistige Führung ist nicht immer nett

I.                 Begegnung mit dem Dämon

Schon was vom Ende des Antibiotika- Zeitalters gehört?

            Die Gruppenseelen der Bakterien.

II:     Ein Gliedertierchen versetzt die Welt in Schrecken

Krankheiten die durch Zecken übertragen werden können

Natürliche Hilfen bei FSME Verdacht

Schutzmaßnahmen gegen Zeckenbiss

Weitere Übertragungsmöglichkeiten

Die Borrelien-Spirochäte      

III.    Die neue Seuche

            Warum Tests wenig aussagen

Krankheitsstadien

Wo kommt die Borreliose plötzlich her?

Mäuse und Rehe: Ökologische Faktoren

Eine Alibi-Krankheit?

Eine notwendige Fußnote zum Thema Polio

IV.    Angst vor der Natur

         Umso ferner die Natur, umso bedrohlicher erscheint sie

            Kasten: Das Aufrechte Traubenkraut

Modekrankheiten

V.              Naturheilkundliche Hilfsmittel

Kasten: Doxycyclin

Genügend Schlaf

Frische Luft und Sonnenschein

Körperliche Bewegung

Kasten: Lymphe

Vernünftig Essen

Bei uns wachsende immunstärkende Kräuter

Lebensfreude, Lebenssinn

Urlaub: Zeit der Besinnung

VI.            Ein Doktor aus echtem Schrot und Korn

Berufung zum Heiler

Die Orth’sche Kur für Borreliose

Kasten: Multiplasan

Kasten: Liv-52

Nervengifte und fettige Bakterientrümmer

VII.        Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen

Wer sucht, der findet

Die Reh-Syphilis

Kasten: Herstellung der Kardentinktur (nach Matthew Wood)

Ritual für den Karden-Deva

Karde in der Selbsterprobung

VIII.     Der heilende Pflanzendeva: Die Karde

         Weitere Benennungen der Karde

                        Familienzugehörigkeit

                        Botanische Merkmale der Karde

                        Signatur

                        Inhaltsstoffe

                        Kasten: Für die Experten: Inhaltsstoffe der chinesischen Karde

                        Planetarische Zugehörigkeit

                        Überlieferte Heilindikationen

                        Zubereitungsmöglichkeiten für die Borreliosekur

                        Dosierung

                        Zeit der Einnahme

                        Sammel- und Erntezeit

                        Segen der Ahnen

IX.            Begleitmaßnahmen zur Unterstützung der Kardenkur

Überhitzungstherapie

Die richtige Ernährung während der Kur

Vernünftiger Lebenswandel

Geomantie

Rückmeldungen bezüglich der Kardenkur

Kasten: Herxheimer Reaktion

Eine altüberlieferte Wurzelkur

X.               Verschiedene naturheilkundlich-therapeutische Ansätze

Der „Borrelienweg“ von R. Müller

Die Klinghardt Methode

Kasten: Katzenkralle

Clark Therapie

Salz und Vitamin C

Phythotherapeutische Borreliose-Therapie nach Stephen H. Buhner

Kasten: Japanischer Staudenknöterich

Weitere verwendete Therapeutika

XI.    Hahnemann und das syphilitische Miasma

                        Lebenskraft und Miasma-Lehre

                        Merkur und die neue Syphilis

                        Wortzauber

                        Homöopathika bei Borreliose

XII.        Der Fluch des Sonnengottes

Böse Sterne

Heiliges Holz oder Quecksilber?

Kasten: Guajakholzbaum

                        Geburtsstunde der chemischen Antibiose

Durch Spiröchäten verursachter Kulturwandel

Kasten: Kings Grace Oyntement

Paradigmawechsel

Wiederkehr der Kräuter

Anhang I.   Lymph- und Milzpflanzen  

Anhang II. Immunstärkende Pflanzen die bei uns wachsen

Anhang III.. Schwitzkräuter und ausleitende Phytopharmaka

            Anhang IV.  Syphilispflanzen der Indianer

          Literaturangaben        

 Register

 

 

Vorwort: Vom hohen Ross gefallen

 

Die Ärzte sollen sich nicht wundern, dass die Natur mehr ist als ihre Kunst.

Denn was reicht an die Kräfte der Natur heran?

Wer in ihnen nicht bewandert ist, der beherrscht auch nicht die Heilkunst.

In einem Kraut liegt mehr Tugend und Kraft als in allen Folianten,

die auf den hohen Schulen gelesen werden

und denen auch keine lange Lebensdauer beschieden ist.

Paracelsus („Lebendiges Erbe“)

 

Willst du das eigene Wesen erkennen,

Sieh dich in der Welt nach allen Seiten um.

Willst du die Welt wahrhaft durchschauen,

Blick in die Tiefen der eigenen Seele.

Rudolf Steiner (Wahrspruchworte)

 

In diesem Buch geht es um eine neue Volkskrankheit, die allmählich epidemische Formen anzunehmen scheint: Die Borreliose.

Borreliose ist in. Die Publikationen zum Thema häufen sich. Meistens sind es schulmedizinisch konforme Abhandlungen, Analysen, die der gegenwärtigen kulturellen Konstruktion der Wirklichkeit verpflichtet sind und den wissenschaftlich objektiven Rahmen nicht sprengen. Die Vektoren – Zeckenbiss und anschließende Borrelieninfektion – werden aufgezeigt, Diagnosen gestellt und schließlich eine wissenschaftlich vertretbare Lösung angeboten. Diese heißt dann Antibiotika. Leider wirken diese Wundermittel bei der Borreliose kaum. Diese cleveren Bakterien haben es vermocht, unseren schärfsten Waffen, den Antibiotika, Paroli zu bieten. Sind diese Kleinlebewesen vielleicht doch nicht so unintelligent und primitiv wie wir meinen?

Wo wenig hilft, da sollte mehr helfen. Truppenverstärkung ist angesagt! Noch größere Mengen und länger dauernde Anwendung von Mikrobenkillern, scheint das einzige zu sein, was der Schulmedizin in diesem Fall einfällt. Dass die Borreliose eventuell ein weiteres Indiz ist, dass wir ans Ende des Antibiotika-Zeitalters angelangt sind, fällt ihr schwer zuzugeben.

Auch die Komplementärmedizin hat Schwierigkeit, den eigenen Ansatz zu finden. Wie ein Sancho Panza trottet sie auf ihrem „alternativen“ Esel hinter dem stolzen schulmedizinischen Don Quijote her. Die Richtung ist dieselbe. In ihrem Sack schleppt sie eine verwirrende Vielzahl von „natürlicheren“ Mitteln. Beide Ansätze, jedoch, die schulmedizinische wie auch die alternative, bleiben dem offiziell sanktionierten wissenschaftlichen Weltbild verhaftet. Die Situation ist ein gefundenes Fressen für Scharlatane und Quacksalber, die alle möglichen Wundermittel anbieten. Es ist sicherlich Zeit für einen wirklich neuen Ansatz.

 

Ethnomedizin

In der Ethnologie und Kulturanthropologe ist man sich bewusst, dass es auch andere Erklärungsmodelle für Krankheit und andere Methoden der Heilung gibt, als jene, die unsere Schulmedizin – die sich inzwischen „Biomedizin“ nennt – im Angebot hat. Lange zweifelte niemand daran, dass die moderne westliche Schulmedizin „objektiv“ ist, frei von Metaphysik, unangreifbar und einwandfrei wissenschaftlich bewiesen. (Pfleiderer 1995:45) Im Gegensatz dazu galten die Heilsysteme der nichtwestlichen Ethnien – der „traditionellen Völker“, der „Eingeborenen“, der „Wilden“ – als abergläubisch, empirisch-wissenschaftlich nicht nachweisbar und von irrationalen Vorstellungen und Handlungen geprägt. Bei näherem Hinschauen stellt sich diese Auffassung jedoch als ethnozentristisches Vorurteil heraus, als eine, aus Unwissen gespeiste kulturelle Überheblichkeit. Immer wieder konnten die völkerkundlichen Feldforscher belegen, dass nicht nur die Mediziner aus nichtwestlichen Hochkulturen – traditionelle chinesische Heiler oder indisch ayurvedische Ärzte – sehr gut und erfolgreich mit, für westliche Begriffe, nicht nachvollziehbaren Modellen arbeiten, sondern dass auch Kräuterweiber, trommelnde und tanzende indianische Medizinleute, Giftgebräu mischende und Ahnengeister beschwörende afrikanische „Hexendoktoren“, mit bewusstseinsverändernden Pflanzen hantierende südamerikanische Curanderos, ekstatische sibirische Schamanen und andere Heiler der „schriftlosen Völker“ beachtenswerte Heilerfolge vorweisen können. Das wird auch inzwischen von Resolutionen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und UNESCO anerkannt. Schon 1976 würdigte die WHO die wesentliche Rolle, die traditionelle Heiler bei der Sicherung der Gesundheitsvorsorge bei über der Hälfte der Weltbevölkerung spielen. (Foster/Johnson 2006:10) In der Konferenz von Alma Ater (Kasachstan, 1978) forderte die WHO eine Aufwertung der traditionellen Medizin und deren Integration in die moderne Medizin. (Heinrich 2001:2) (BILD 1: Schamanische Heiler)

Aus ethnomedizinischer Sicht ist die Schulmedizin eben nicht die letzte Instanz was Heilung und Medizin betrifft. Sie hat keinen Alleingültigkeitsanspruch, sondern stellt, genauso wie die anderen Heilkunden, lediglich eine von vielen möglichen Gesichtspunkten dar. Auch sie ist kulturell geprägt, ist eine kulturelle Konstruktion, ist Produkt bestimmter geschichtlicher und gesellschaftlicher Prozesse. Unsere medizinische Forschung „entdeckt“ nicht gegebene objektiv vorliegende Fakten, sondern „produziert“ diese Fakten durch die Interaktion der Forscher und des Gegenstands. Ohne dass sie sich dessen bewusst ist, beinhaltet sie begriffliche Grundannahmen (a priori), die nicht hinterfragt werden. Etwa,

·        die Aufstellung von Gegensatzpaaren: Natur/ menschliche Kultur; Körper/ Geist; Individuum/ Gesellschaft; Leidenschaft (Gefühle)/ Vernunft; Gesundheit/Krankheit; natürlich und übernatürlich; objekiv/subjekiv.  

·        die Annahme, dass man durch Logik und wissenschaftliche Methode natürliche Vorgänge, wie einen Krankheitsablauf oder Heilung, verstehen kann. 

·        die Annahme, dass man mit technologischen Methoden die natürliche Welt, auch den Körper, beherrschen, manipulieren und in Griff bekommen kann. Dahinter steht die neuzeitliche Auffassung, dass der Mensch eigentlich eine Maschine ist – allerdings eine kybernetisch vernetzte, intelligente Biomaschine, mit einer Art Rechner als Hirn, auf dessen Festplatte Daten gespeichert sind. Passend zu diesem Bild sind Begriffe, wie „keine Energie mehr haben“, „ausgeleiert sein“, „aufgezogen“, „Batterien leer“, „die Pumpe kaputt“, „die Rohre verstopft“.  Bionische Humanoide, wie der Terminator (gespielt von Arnold Schwarzenegger), gehören zur Mythologie dieses Weltbildes, ebenso wie die Idee, dass Hirntote oder Klone als Ersatzteillager dienen könnten. Nieren und Lebern können ausgetauscht werden, wie Vergaser und Zündkerzen im Auto.

·        dass der Glaube an Geister, Ahnen und übersinnlichen Instanzen überflüssig ist und abgelegt werden sollte, wenn man einen Krankheitsverlauf verstehen will. (Lock/Scheper-Hughes 1996:43)

 

„Was für einen Körper braucht die Gesellschaft, der Staat?“ hinterfragt der französische Philosoph Michel Foucault. In dieser Frage steckt die Erkenntnis, dass der “Körper” nicht etwas ist, was einfach biologisch vorgegeben ist. Er ist – wie auch die Arzneimittel, Krankheitsbezeichnungen, Diagnosen, Therapieabläufe – ein kulturelles Konstrukt. Das gilt auch für den Körperbegriff der Schulmedizin, die seit der Aufklärung den physischen Körper von der Seele trennte, und ihn zum Mechanismus erklärte. Erst im 20. Jahrhundert wurde, in der Psychiatrie und der Psychosomatik, der Versuch gemacht, den Bruch zwischen Körper und Seele wieder zu kitten. Aber auch hier wird noch immer nach „wirklichen“, das heißt, materiellen, organischen Ursachen, vor allem im Hirnstoffwechsel, gesucht. 

Körpermodelle gibt es ebenso viele wie es Heilsysteme gibt. Die traditionellen Völker stellen sich den Körper, das Leibesinnere und das Funktionieren der Organe, nicht als ein Maschinenwesen vor. Auch reduzieren sie die „Wirklichkeit“ nicht nur auf das Wägbare und Messbare. Das heißt nicht, dass sie nicht ganz sorgfältig und genau beobachten. Nein, sie beobachten die natürlichen Phänomene oft genauer als wir es tun. (Levi-Strauss 1977:Kap. I) Sie schließen aber die energetischen, seelischen und geistigen Aspekte nicht von vorne herein als „irreal“ oder „subjektiv“ aus. Nicht ein Uhrwerk oder ein Computer liefert für sie das Denkmodell, sondern die Landschaft, das Klima, der Wandel der Jahrezeiten oder die Bewegungen der Planeten. Am jahrezeitlichen Wandel, an den Naturrhythmen erkennt und versteht man analog, was sich im menschlichen Mikrokosmos abspielt. Die große Natur, der Makrokosmos, ist selber ein atmender, lebender Leib. Es ist die „Mutter Erde“, der „Urriese“ oder das ursprüngliche Zwitterwesen, das sich opferte und zur Schöpfung wurde. Es hat Knochen (Steinformationen) wie wir, Adern und Venen (Flüsse, Seen), ein Herz (Sonne), ein Hirn (Mond), Haut (die Humuserde), Haare (die Wälder, das Gras), eine Vagina (Quellen, Sümpfe), Brüste, Glieder, Atem (Winde) und so weiter. Für die meisten Zeitgenossen gilt dieser Metapher als reichlich naiv und primitiv. Dass es sich dennoch gut mit solchen Metaphern denken lässt und, dass sich damit brauchbare Bezüge herstellen lassen, zeigt etwa die traditionelle chinesische Medizin. Funktionskreise und Wandlungsphasen verbinden fünf Elemente, fünf  Jahreszeiten, fünf Geschmacksrichtungen, fünf Seelenstimmungen und fünf Körperteile miteinander: Holz (Leber, Galle, Zorn, Frühjahr) brennt als Feuer; Feuer (Herz, Freude, Sommer) wird zu Erde oder Asche; Erde (Milz, Sorge, Spätsommer) ergibt Metal; Metal (Lunge, Trauer, Herbst) schmilzt und wird flüssig (Wasser); Wasser (Nieren, Furcht, Winter) ernährt wiederum das Holz. (BILD 2: Das chinesische Modell: Yin-Yang; Fünf Elemente)

Ein ähnlich Schema benutzten die Heiler des alten Griechenlandes. Vier Jahreszeiten, mit ihren verschiedenen Graden von Hitze und Feuchtigkeit, stehen analog zu vier Lebenssäften (Blut, gelbe Galle, schwarze Galle, Schleim), zu vier Elementen, vier Tageszeiten, vier Lebensalter, vier Persönlichkeitstypen und anderen Erscheinungen. Mit diesem Metapher wurde über tausend Jahre lang geheilt, bis über die Renaissance hinaus. (BILD 3: Humoralpathologisches Schema) 

Die Qollahuya Indianern in Bolivien vergleichen den Körper mit einen Berg, mit Kopf, Herz (das Dorf), Magen, Innereien, Brüsten, Füßen und so weiter. Quellen und Bäche sind sein Blut, der jahreszeitliche Wandel, sein Lebensrhythmus. Kahlschläge und Bergbau gefährden seine Gesundheit; Erdbeben, Rutsche, plötzliche Sturzbäche sind Krankheiten. Man heilt menschliche Pathologien, indem man sich mit Ritualen um einen heiligen Berg in der Nähe des Dorfes kümmert. (Lock/Scheper-Houghes 1996:57)

Die alten Ägypter verglichen den menschlichen Körper mit dem grünen, von staubiger Wüste eingegrenzten Niltal. Der Nilstrom, der das Leben ermöglicht, indem er fruchtbare Erde anschwemmt, die Vegetation labt und das faule, infizierte Wasser der Bewässerungskanäle wegschwemmt, wurde dem Verdauungstrakt, der vom Mund bis zum Dickdarmausgang reicht, gleichgesetzt. Es galt Austrocknung, Flüssigkeitsansammlungen, Abänderungen, Störungen und Blockierungen der Kanäle auszugleichen. Daher spielten in der ägyptischen Arznei vor allem Abführmittel, Brechmittel, Klistiere, Schröpfen und Aderlass eine wichtige Rolle.

In Indien waren es die drei markanten Jahreszeiten, die das Modell hergeben: Erlebt der Mensch nicht Hitzezustände (Pitta), die der heißen, staubtrockenen Vormonsunzeit gleichen? Oder erfährt er nicht feucht-heiße, schleimige, ansteckende Zustände (Kapha), die der Monsunzeit ähneln? Oder kühle windige (Vaya/Vata), wie man sie im Spätherbst in der Natur erlebt? (Storl 2004a:30)

Bei einigen Völkern, auch bei den vorchristlichen Europäern, wird der Körper als ein Haus imaginiert. Der warme Herd in der Mitte, die Feuerstelle, war das Herz. Der, im Gebäude befindliche Stall mit all seinen Tieren war der Unterleib. Krankheit ist demzufolge Unreinheit, Mangel an Futter oder Holz, oder es ist unwillkommener Besuch (von Geistern, Dämonen).

Im Mittelalter und vor allem in der Renaissance wurde der menschliche Leib einbezogen in ein kosmisch-astrologisches-energetisches  Beziehungsnetz. Er galt als das mikrokosmische Abbild des gesamten Kosmos. Der gesamte Tierkreis befand sich in ihm, von den Widder-Kräften im Kopf bis hinab zu den Fische-Kräften in den Füßen. Die Planeten beherrschten die Organe und das Befinden; planetarische Energien zogen ihre Bahn durch den gesamten Leib. Der Arzt musste Astrologe sein, musste wissen, welche Planeten in den Organen sowie in den Heilkräutern wirksam sind, und wie diese in Beziehung zueinander zu bringen sind. (BILD 4: „Aderlassmann“ Holzschnitt aus Galenus’ „De curandi ratione. Venedig 1515)

 Im traditionellen Afrika ist der Mensch und sein Körper Bestandteil des gesellschaftlichen Spannungsfeldes. Krankheit beschränkt sich nicht auf das Individuum. Spannung in Sippe oder Nachbarschaft, Tabubruch, Beleidigung der Ahnen usw. machen krank. Neid, Hass, böse Gedanken stören die gemeinschaftliche Harmonie und gelten als Hexerei. Krankheitsdiagnose bedeutet die Störquelle finden, und diese liegt nicht in organischen Fehlfunktionen oder bei ansteckenden Bakterien, sondern im zwischenmenschlichen Bereich. Die Gesellschaft, das gesamte Dorf, wird in das Heilritual mit einbezogen.

Weitere Beispiele könnten ein Buch füllen. Aber genug damit. Was uns hier interessiert, ist die Tatsache, das jedes Heilsystem, jedes Denkmodell, seine Gültigkeit hat und erfolgreiche Krankenheilungen vorzuweisen hat. Folglich werden wir uns, in diesem Buch, nicht nur auf orthodoxe biomedizinische Forschungen und Konstruktionen verlassen, sondern auch ethnomedizinische und ethnobotanische Quellen mit einbeziehen.

 

Die geistige Führung ist nicht immer nett

Dieses Buch wurde nicht aus eitlem Wissensdrang oder Forscherneugierde geschrieben, sondern es entstand aus der bedrohlichen gesundheitlichen Notlage, die sich ergab, nachdem ich von der Borreliose befallen wurde. So ist es ein ganz persönliches Buch geworden, das den langen, recht abenteuerlichen Weg, der zur Auffindung des richtigen Heilmittels und der richtigen Behandlung führte, aufgezeichnet. Auf diesem Weg kam mir zugute, was ich als Ethnologe von verschiedenen Völkern lernen durfte. Zugleich konnte ich aus dem altüberlieferten Erfahrungswissen der westlichen Heilkräuterkunde Erkenntnisse schöpfen. Von Cheyenne Medizinmännern, indischen Heilern und dem alten Bergbauer, Arthur Hermes, lernte ich meinen Intuitionen zu vertrauen. Ich lernte, dass wir unseren eigenen Körper besser kennen, als es unser zaghafter Verstand wahrhaben will. Unser Geist kann, in der Meditation und Innenschau, den Leib besser ausloten und abtasten, als die kompliziertesten Computer Aided Tomographien, Scanner und Ultraschall-Methoden. Auch wenn es dem oberflächlichen, alltäglichen Verstand schwer fällt es zu verstehen, unsere Seele weiß, was uns plagt und was uns gut tut. So bemühte ich mich, neben dem genauem Beobachten der äußeren körperlichen Symptome, das Bewusstsein nach innen zu lenken. Von den Indianern lernte ich auf die Bilderbotschaften der Träume zu achten. Die amerikanischen Ureinwohner sind überzeugt, dass viele Visionen, Träume, heilende Inspirationen, aber auch Krankheiten, von unseren Mitgeschöpfen, unseren „Verwandten“, den Tieren, Steinen, Wolken, Bergen und Pflanzen ausgeschickt geschickt werden – und von den Ahnen, die uns wortwörtlich, die richtigen Ahnungen eingeben. Den Ahnen verdanke ich es, dass ich die richtige Heilwurzel, die Weberkarde, als Heilmittel bei Borreliosebefall fand, denn Weber waren diese Vorfahren, und seit Jahrhunderten hatten sie mit dieser Pflanze zu tun gehabt.

 

Um es vorwegzunehmen:

Kardenwurzeltinktur oder –tee, über einige Wochen hinweg eingenommen, dazu jeden Tag oder alle paar Tage eine Überhitzungstherapie (Sauna, heiße Bäder oder Schwitzhütte, mit einer Hitze von über 42°), bietet eine gute Möglichkeit zur Ausheilung der Borreliose. Für die genaue Ausführung, siehe Kapitel VIII und IX.

 

Im Laufe der Zeit hatte es sich herumgesprochen: Immer mehr Betroffene wurden aufmerksam auf diese Kur mit der Karde und immer mehr Anfragen per E-Mail, Brief oder Anruf erreichten mich. So wurde mir klar, dass es an der Zeit war, ein Buch zu diesem Thema zu schreiben. Zuletzt meldete sich ein Biophysiker aus der Wetterau. Er schrieb, dass er selber an der Borreliose litt. Chronische Müdigkeit, Muskelschmerzen, taube Glieder, Gedächtnisausfälle bis hin zu Psychose ähnlichen Zuständen plagten ihn. Dann hätte er die Kur mit der Karde versucht, und, siehe da, die Symptome verschwanden. „Sie haben sich mit dieser Kur medizinisch verdient gemacht,“ schrieb er und bot an, als Dank sozusagen, mir seine Forschungsunterlagen zum Thema Borreliose auszuleihen, so lange ich sie brauche. Bald lag dann das Päckchen mit einem dicken Aktenordner im Briefkasten. Der Ordner enthielt eine Auswahl der neusten medizinischen Forschungsberichte und Fachliteratur. Neugierig blätterte ich durch die Texte und stolperte durch einen Dschungel voller esoterisches Medizinerlatein – Cerfuroxim, Human Granolocytic Ehrlichiosis, Western Blot, Lipopolysaccharide, Zytokine, und so weiter und so fort – und dazu immer wieder Abkürzungen – CPK,  ELISA, ESR, EMC, JHR, IgM und IgG, PCR usw. – die nicht weiter erklärt wurden. Heiliger Sankt Pschyrembel, hilf mir! Es würde Wochen dauern um sich durch diese Wulst durchzuarbeiten. Das hatte ich doch nicht nötig. Oder? Außerdem war da noch eine Menge Holz zu hacken, der Garten musste winterfest gemacht werden, die Komposte umgesetzt, die Zäune repariert und der Stall gemistet werden. Ich legte den Ordner beiseite. Ich nahm mir vor morgens die körperliche Arbeit in Haus und Stall zu erledigen, nachmittags zu schreiben und den Ordner zu vergessen.

  Ehe ich mich jedoch an den PC setzte, um das Projekt in Angriff zu nehmen, wollten wir noch mal reiten gehen. Es war ein schöner sonniger Tag. Wir sattelten die Pferde und ab ging es über Stock und Stein, einen Holzweg entlang, durch die Fichten. Die Hunde rannten hechelnd mit. Bald wurde der Ritt zum Wettrennen. Meistens verliere ich, aber diesmal witterte ich die Chance als Erster die Wegkreuzung, die unser Ziel war, zu erreichen. Doch plötzlich, mitten im Vollgalopp, drehte mein Pferd im scharfen Winkel vom Weg ab. Der Sattel rutschte. Ich knallte mit dem Gesicht gegen einen Baumstamm und fiel. Es fühlte sich an, als hätte mir ein Bergriese mit dem Knüppel eins auf die „Fresse“ gehauen. Zum Glück war der Schlag unterhalb vom Nasenbein, sonst wäre die Nase gebrochen. Aber die Vorderzähne waren locker und die Lippe gespalten. Und dann, als ich wieder aufsteigen wollte, merkte ich dass etwas mit meinem linken Arm nicht stimmte. Das Handgelenk schwoll schnell an. Es war gebrochen. Die Indianer, die ich in Montana kannte, hätten sich als erstes gefragt, welcher Geist wohl in das Pferd gefahren sei. Aber hier in Europa fragt man sich so etwas nicht. Arthur Hermes, der mir die Götter und Geister in der Natur nahegebracht hatte, hätte wahrscheinlich gesagt, dass dieser Schlag aus der „anderen Dimension“ kam, dass es wahrscheinlich mit der „geistigen Führung“ zu tun habe. Um es zu illustrieren, hätte er die Geschichte hervorgekramt, wie er im Januar 1945 auf seinem verschneiten Berghof im Schwarzwald mit seinen Skiern über die Weide flitzte und sich plötzlich, bei einem Sturz, das Bein brach. Es war ihm ein Rätsel, wie das hätte geschehen können. Er war ja geübter Skiläufer und immer vorsichtig. Als er am selben Tag nach Hause kam, lag ein Einberufungsbefehl im Briefkasten. Es sollte eine Kavallerieeinheit zum Kampfeinsatz an der Ostfront aufgestellt werden und sie brauchten Männer, die im Umgang mit Pferden erfahren sind. Hermes war damals schon 55 Jahre alt, aber die Lage war eben ernst. Als sein Beinbruch ausgeheilt war, war dann der Krieg vorüber. „Das war die geistige Führung! Sicherlich wäre ich nicht wieder lebendig nach Hause gekommen. Die Götter hatten etwas anderes mit mir vor.“

 

Nun war es aus: Holz hacken, Garten umgraben, Ausmisten konnte ich vergessen. Auch das Tippen an der PC-Tastatur. Ja, ich konnte nicht mal eine Apfelsine schälen, die Schuhe anziehen, ein Marmeladenglas aufschrauben, die Jacke zuknüpfen. Absolut nichts, außer essen, schlafen und ... lesen. Nun hatte ich Zeit zum Lesen, viel Zeit. Also nahm ich den Ordner des Wissenschaftlers wieder hervor und büffelte bis das Gehirn dampfte. Dabei wurde mir allmählich bewusst, dass ich das Buch ohne diese Vorstudien gar nicht hätte schreiben können. Die Literatur war aufschlussreich. Es wurde mir klar, wie viele Wiedersprüche und unfundierte Behauptungen hinter all den Ziffern der Forschungsberichte und den komplexen Formulierungen verborgen waren. Hinter der Fassade gehobener Wissenschaftlichkeit steckte viel Ratlosigkeit, Verwirrung, aber auch Profiliersucht. Die angeführten Statistiken wiedersprachen sich häufig. Wie hoch, zum Beispiel, ist der Grad der Verseuchung der Zecken mit Borrelien? Jeder Experte lieferte andere Ziffern. Wie schnell breiten sich die Spirochäten im Körper aus? Dauert es Wochen, wie einige Experten meinen, oder dauert es nur wenige Stunden? Ist es eine leichte Infektion, die sich mit einer dreiwöchigen Antibiotikabehandlung beheben lässt? Ist es gar eine Modekrankheit, die einfach zu häufig diagnostiziert wird? Oder handelt es sich um eine, inzwischen weltweit verbreitete Epidemie, die immer weiter um sich greift und sich hinter ständig wechselnden Symptomen verbirgt? Die Erfolgsquote der schulmedizinischen Borreliose-Therapie liege bei 90% berichten einige Experten, andere sprachen von 25 % bis 45% und wieder andere gaben an, es sein eine unheilbare Krankheit. Man stritt sich über den Wert der Bluttests (Serumdiagnostik) und immer wieder schien durch, dass diese Tests kaum sichere Aussagen hervorbringen. Sind es nur Zecken, die diese Spirochäten übertragen, oder auch Bremsen, Mücken, Milben und andere Gliederfüßler; oder wird die Infektion gar durch Speichel und anderen Körperflüssigkeiten, durch Samen (Sperma) und Muttermilch übertragen. Oder Blutkonserven im Krankenhaus? Man weiß es nicht. Wie viele Neuerkrankungen gibt es?  Die offiziellen Schätzungen in den USA schwanken zwischen 18,000 und 1,800,000 im Jahr. Ist es eine neue Krankheit, oder hat es sie schon immer gegeben? Warum war die Borreliose damals1907, als der Straßburger Arzt Borrell die schraubenförmigen Bakterien zuerst entdeckte, kein Problem? Wie viele Borrelien-Stämme gibt es? Rufen sie alle die gleichen Symptome hervor? Und stimmt es, dass in Amerika vor allem die Borrelia burgdorferi in Zecken und Patienten gefunden wird, aber in Europa auch andere Stämme vorhanden sind – B. afzelii, B. ganii, B. lusitaniae, B. valaisiana. Wie kann das sein? Wissen diese Bakterien noch nicht, dass sie per Flugzeug und Frachtschiff ohne Problem die Meere überqueren können? Unzählige Fragen, und kaum eindeutige Antworten. Um so mehr ich las, um so faszinierender wurde die Lektüre.

 

Ja, wahrscheinlich war es doch die „geistige Führung“, die mich außer Gefecht setzte, damit ich ernsthaft an die Sache herangehen konnte. Ha, von wegen ist die geistige Führung immer lieb, sanft und nett, wie es meine Freunde aus der New Age Szene immer wieder beteuern. Manchmal kann diese Führung ganz schön ruppig sein! Manchmal spannt sie einen Bergtroll mit schwerem Knüppel ein, oder schickt einen Kobold durch das Gehirn eines Pferdes.

Nebenbei bemerkt, das gebrochene Handgelenk – Speiche, Elle – heilte schnell. Nachdem ich in der Meditation meinen Geist durch den Arm wandern ließ und dabei erkannte, dass die Knochen sauber gebrochen waren und kein Bänderriss vorlag, wusste ich, dass ich nicht zum Arzt gehen brauchte. Das Röntgen, Eingipsen und die Schmerztabletten konnte ich mir ersparen. Dafür packte ich das Gelenk in Umschläge mit frisch geraspelten Beinwellwurzeln – das regt die Granulationsprozesse und Knochenkallusbildung an, und wirkt zudem noch etwas schmerzlindernd – und trank viel Ackerschachtelhalm Abkochung, dessen Kieselsäure ebenfalls die Knochenbildung unterstützt. Auch badete ich das Gelenk einmal am Tag in heißem Ackerschachtelhalmabsud, mit Beimischung von entzündungswidrigen Schafgarbentee. Die Schienen, die dazu dienten, das Gelenk stillzulegen, hatte mir meine Frau aus dünnen, biegsamen Weidenruten geschnitzt. Diese ließen sich leicht abmachen, so dass ich den Bruch mit den Kräutern unmittelbar behandeln konnte. Das wäre mit Gipsverband nicht möglich gewesen. Da hätte die Genesung viel länger gedauert. So kam es, dass ich schon nach gut drei Wochen wieder an der Tastatur sitzen und diese Zeilen schreiben konnte.

 

 




 CPK=Creatinphosphokinase

 ELISA=Nein, das ist nicht der Name eines Mädchens, sondern „enzyme-linked immuno sorbent assay“

 ESR=Erythrocyten Sedimentations Rate, oder Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit

 EMC=Wandernde Röte

 JHR=Jarisch-Herxheimer-Reaktion

 IgG=Immunglobuline

 PCR=Polymerase-Kettenreation

 Granulationsprozesse=Bei der Heilung auftretende zellreiche, weiche Gewebsneubildung

 

 

 

Inhaltliche Verantwortung und zur Kontaktaufnahme:

 

Dr. Wolf-Dieter Storl

 

siehe:     Homepage
Email:    wolf-dieter@storl.de

 

 

 

 

 » "Borreliose natürlich heilen" und weitere Bücher von Dr. Wolf-Dieter Storl «



 

 

 

 
Folgen Sie uns auf Twitter  Schüssler-Salze bei FACEBOOK
Folgen Sie uns...
Newsletter der Naturheilkunde
Newsletter
 
 

Schüssler Salze preiswert

 
 

 Tissue cell salts Sales de Schüssler

Sali di Schüssler Tamamlayıcı Tıp

الطب البديل ، و علاجات أملاح الأنسجة و زهرةباخ

 

 

RSS Newsfeeds Verzeichnis RSS-Scout - suchen und finden - www.naturheilpraxis-am-wald.de

 

RSS Verzeichnis auf rss-nachrichten.de - www.naturheilpraxis-am-wald.de

 
 
Naturheilkunde Erfahrungsberichte
 
 
 
 
Erfahrungsberichte
der Naturheilkunde
 
 

NAVIGATION

Empfehlungen

Erfahrungen A-Z
 
 Fastenanleitung

Fastenanleitung