Erfahrungsberichte aus der Naturheilkunde

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Ernährungstherapie
Die Ernährung nach den Fünf Elementen

 

Ilka-Kristina Müller über die Ernährung nach den Fünf Elementen



Erfahrungsbericht
von
Ilka-Kristina Müller

Heilpraktikerin

 

 

Die TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) ist eng mit der Kultur und Philosophie Chinas verwoben und bildet einen Teil des Lebensalltages der chinesischen Bevölkerung. Dabei blickt die TCM auf eine über 3.000 Jahre alte Historie zurück.

Tragenden Säulen der (TCM) sind die Akupunktur, die Kräutermedizin und die Ernährung. In der Chinesischen Medizin werden neben Heilkräutern auch Stoffe mineralischen und tierischen Ursprungs zur Behandlung chronischer oder schwerer Erkrankungen verwendet. Diese Substanzen können sehr intensiv wirken und auch dort helfen, wo die Selbstheilungskräfte des Körpers allein nicht mehr ausreichen.

Einen großen Stellenwert nimmt aber nicht nur die Therapie, sondern auch die Prävention von Krankheiten in der östlichen Welt ein, die sich in übenden Maßnahmen - z.B. Taiji, Qi Gong, etc.-, Feng Shui, aber auch der Ernährung widerspiegelt.

Nach der Theorie der Chinesischen Medizin leben die Menschen in Harmonie mit dem Kosmos. Viele grundlegende Prinzipien der östlichen Medizin beruhen auf Beobachtungen von Mensch und Natur und darauf, wie sich die Energien im Menschen und seine Beziehung zum Kosmos verhalten.

Die Basis bildet die Lebensenergie, das sogenannte Qi.

Diese Harmonie zwischen Mensch und Kosmos wird durch die gegensätzlichen Kräfte von Yin (z.B. Ruhe) und Yang (z.B. Aktivität) in einem Gleichgewicht gehalten. Das System von Yin und Yang ist vielen unterschiedlichen Theorien der TCM übergeordnet.

Wird dieses harmonische Gleichgewicht jedoch dauerhaft gestört – zum Beispiel durch falsche Ernährung, mangelhafte Bewegung, durch seelische Belastungen, psychische Erschöpfungen oder gar durch eine unruhige Wohnumgebung bzw. ein unverträgliches Klima – kann es zur Entwicklung von Krankheiten kommen.

Auf einen der großen Schätze der TCM - die Ernährung nach den Fünf Elementen – möchte ich hier besonders eingehen.

Die sogenannte Theorie der Fünf Wandlungsphasen (Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser) ist ein Grundpfeiler der chinesischen Naturphilosophie und ein Entwicklungsprozess in der Erfahrungsheilkunde, der auch jetzt noch andauert. Die Chinesen haben sich schon früh Gedanken über die Zusammenhänge in der Natur gemacht und dieses Wissen auf den Menschen übertragen, weil der Mensch ein Teil der Natur ist. Sie haben die Naturphänomene den Wandlungsphasen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser zugeordnet und in Beziehung zueinander gesetzt. Sie stehen für die Funktionskreise der Organe Leber/ Gallenblase, Herz/ Dünndarm, Milz/ Magen, Lunge/ Dickdarm und Niere/ Blase sowie unterschiedliche Emotionen, verschiedene Körperteile, Jahreszeiten, Geschmäcker und vieles andere.

Die Ernährungswissenschaft in unserer westlichen Welt bezieht sich überwiegend auf die Inhaltsstoffe der Nahrungsmittel. Die Notwendigkeit der Berücksichtigung von Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen, Fetten, Eiweißen, Kalorien und anderem ist nicht von der Hand zu weisen, dennoch gibt es andere nicht messbare Bestandteile unserer Nahrung, die dieser erst „das Leben“ schenken. Unsere Ernährung sollte sich also nicht auf die bloße Nahrungsaufnahme reduzieren, sondern als Mittel zum Leben, also Lebensmittel, dienen!

In der Fünf-Elemente-Ernährung steht die energetische Wirkung der Nahrung auf Körper, Geist und Seele im Vordergrund. Die Chinesische Ernährungslehre betrachtet dabei die Nahrungsmittel als Ganzes, d.h. jedem Nahrungsmittel lässt sich nicht nur ein Geschmack, sondern funktionell eine bestimmte Energie (Yin / Yang), Thermik (von kalt bis heiß), Farbe und Wirkungsrichtung (ab- und aufsteigende Energie) zuordnen. Es geht hier also nicht um die Quantität, sondern um die Qualität der Lebensmittel.

Die Zuordnung zu den Wandlungsphasen:

Geschmack:

Zum Holz gehört der saure Geschmack, zum Feuer der bittere, zur Erde der süße, zum Metall der scharfe und zum Wasser der salzige.

Die thermischen Eigenschaften:

Hier wird zwischen heiß, warm, neutral, erfrischend und kalt unterschieden.

Zum Frühstück ein Joghurt mit Bananen, dazu schwarzen Tee mit Zitrone - das sind sämtlich Lebensmittel, die nach chinesischer Sichtweise kühlend oder sogar kalt wirken. Wer leicht friert und morgens antriebslos ist, sollte auf andere Lebensmittel zurückgreifen. Ideal wäre in diesem Fall ein warmes Frühstück aus z.B. gekochter Hirse mit gedünsteten Pflaumen und Zimt.
Wenn Sie lieber ein kaltes Gericht zu sich nehmen, wäre ein Vollkornmüsli, möglichst noch mit Nüssen – Walnüsse sind hier zu bevorzugen - und Milch gut. Dazu einen nach chinesischer Sicht wärmenden Kaffee und schon sind fühlen Sie sich besser.

An dieser Stelle möchte ich noch ein paar typische „westliche Fehler“ erwähnen: ein Aspirin mit Zitrone wirkt kühlend und zusammenziehend - die Erreger, die eigentlich den Körper verlassen sollten, werden so extra lange darin festgehalten. Die scheinbare Besserung hat keinen großen Bestand!
Versuchen Sie es hier mit einer Tasse Fencheltee mit Ingwerscheiben. Die Poren öffnen sich und mit dem Schweiß wird die Erkältung nach außen „getrieben“!

In der klassischen chinesischen Ernährungslehre ist Fleisch durchaus erlaubt, bei bestimmten diagnostischen Mustern ist es sogar wichtig, sollte aber nicht übermäßig genossen werden.
Ein Problem in der westlichen Küche ist allerdings das Salz! Fleisch ist ohnehin schon etwas salzig - wird es bei der Zubereitung dann zusätzlich und zu viel gesalzen, führt das zu Austrocknung der Körpersäfte und innerer Anspannung.

Entspannend nach einem reichhaltigen Mahl ist aus chinesischer Sichtweise der bittere Geschmack. Denn der zieht die Säfte nach innen und regt die Verdauung an. Auch diese Erkenntnis lässt sich in unseren Essgewohnheiten wieder finden: ein (bitterer) Espresso nach dem Essen lässt jedes Völlegefühl schnell verschwinden.

 

Die energetische Wirkrichtung:

Sie zeigt die Richtung an, in die sich das Qi der Nahrung bewegt und welchen Körperbereich es beeinflusst.

Die vier Wirkrichtungen sind:

aufsteigend, absinkend, an die Oberfläche bringend und nach innen gehend

Die aufsteigende Wirkrichtung hebt das Yang an und wirkt auf die obere Körperhälfte. Repräsentiert wird sie durch den süßen und scharfen Geschmack in Verbindung mit neutralem und warmem Temperaturverhalten.

Eine absinkende Wirkung bedeutet eine Bewegung der Energie nach unten. Dies sind häufig intensiv bitter oder salzig schmeckende Speisen. Ein kaltes Temperaturverhalten unterstützt dies noch.

nach oben - man bekommt heiße Wangen oder einen heißen Kopf,

nach unten – z.B. warme Füße,

nach innen – innere Wärme bzw. Hitze und

nach außen - beim Essen von scharfen Gerichten kann man bei Schweißausbrüchen sofort nachvollziehen, was mit der Energierichtung "nach außen" gemeint ist),

Die Wirkrichtung, die die Energie an die Oberfläche bringt, geht meist mit den Geschmäckern süß und scharf einher. Sie wirkt nach oben und außen, öffnet die Oberfläche, unterstützt das Schwitzen und vertreibt äußere krankmachende Faktoren.

Die nach innen gehende Wirkung ist abwärts und einwärts gerichtet. Sie bewahrt das Qi und die Körperflüssigkeiten im Innern. Sie wird mit dem sauren Geschmack assoziiert, geht aber auch mit dem bitteren und salzigen Geschmack einher.

Bei einer gesunden Ernährung nach den fünf Elementen spielt neben der individuellen Konstitution des Menschen auch die jeweilige Jahreszeit eine Rolle. Die energetische Wirkrichtung, der Geschmack und die thermischen Eigenschaften unserer Nahrung korrespondieren mit den Jahreszeiten.

Wenn wir uns im Einklang mit den Jahreszeiten ernähren wollen, müssen wir die Nahrungsmittel nutzen, die in unserer Umgebung wachsen. Sie geben uns die richtige Energie zur richtigen Zeit.

Generell sollten wir im Frühling und im Sommer mehr erfrischende Nahrungsmittel essen, im Herbst und Winter eher warmen Speisen. Darüber hinaus sollte jeder Mensch je nach Wohlbefinden seinen Speiseplan gestalten: Jemand der viel friert, oft kalte Hände und Füße und eine eher träge Verdauung hat, sollte verstärkt thermisch warme, lang gekochte Gerichte zu sich zu nehmen, denn der Organismus hat offensichtlich nicht genug Energie, um den Körper ausreichend warm zu halten und die Körperfunktionen  zu bewerkstelligen. Frischer Salat, Obst oder auch Milchprodukte würden die Kälte verstärken und zu Ablagerungen und Schleimbildung im Körper führen, denn er hätte in diesem Fall nicht genügend Energie, um diese Nahrungsmittel auf Körpertemperatur zu bringen und zu verarbeiten. Menschen, die eher mit Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen zu kämpfen haben oder zu trockener Haut und Schleimhäuten neigen, sollten Sie sich eher von erfrischenden und befeuchtenden Lebensmitteln ernähren.

Diese Ernährungsform unterscheidet sich von unseren westlichen Diäten dahingehend, dass die Möglichkeit besteht, eine ganz individuell auf den Patienten zugeschnittene Ernährung zusammenzustellen. Nicht jeder Mensch verträgt z.B. eine vollwertige Ernährung, obwohl diese bei uns als die „gesunde Ernährung“ für Jedermann propagiert wird.

Zu berücksichtigen ist, dass jeder Mensch einzigartig ist. Daher können bei Patienten aus der westlichen Hemisphäre die chinesischen Nahrungsmittel nicht ohne weiteres verwendet werden, weil sich die Europäer an die Ihnen zur Verfügung stehende Ernährung angepasst haben. Hier wird der Therapeut dann seine Behandlung nach der 5 – Elemente – Ernährung sinnvollerweise an regionale Produkte anpassen, um den bestmöglichen Behandlungserfolg zu erzielen.

Der Therapeut ordnet nach gründlicher Diagnostik nach den chinesischen Kriterien alle Befunde in das 5 – Elemente – System und kann so eine ideale –auf den individuellen Patienten- abgestimmte Ernährungsform empfehlen. Durch das komplexe System der TCM ist daher eine Betreuung in Ernährungsfragen durch den Therapeuten notwendig. Dem Behandler eröffnet sich mit der Fünf-Elemente-Ernährung ein breites Spektrum der Therapiemöglichkeiten. Nicht nur zur Gewichtsreduktion, sondern auch bei einer Vielzahl chronischer Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen - z.B. bei Schlafstörungen, Rheumatischen Erkrankungen, Hyperaktivität, Magen-Darm-Problemen, Müdigkeit, Allergien, etc.- kann diese Therapie unterstützend helfen.

Meine Ausführungen können hier nur einen kleinen Einblick in die chinesische Medizin geben. 

Die Ernährung nach den Fünf Elementen ist in ihrer Vielfalt fast einzigartig und kann hervorragend auch mit anderen Therapieformen- z.B. Akupunkur, Bachblüten, Homöopathie, etc- kombiniert und durch diese ergänzt werden.

 

Inhaltliche Verantwortung und zur Kontaktaufnahme:

 

Ilka-Kristina Müller

Hauptstr. 8
24613    Aukrug
Telefon: 04873 - 90 14 88
Telefax: 

  

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