Gewürze als Heilmittel

Erfahrungsbericht
von
Arne Krüger
Heilpraktiker, Tierarzt und Dozent
Eine der einfachsten Möglichkeiten zur
Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten liegt in der Ernährung. Neben einer individuell stimmigen,
balaststoffreichen und ausgewogenen Nahrung was das Zusammenspiel von Proteinen, Kohlenhydraten, Fetten,
Mineralstoffen und Vitaminen angeht, können mit Gewürzen die Nahrungsmittel sinnvoll und gesund ergänzt werden.
Hier einige Hinweise als Anregung und Appetitmacher.
Gewürz
Basilikum
Basilikum ( Ocinum basilicum ) stammt aus
Indien und dem mittleren Orient. Es hat einen aromatischen Geruch und einen scharf-süßlichen Geschmack. Das
Heilmittel Basilikum kann sehr gut zu Tomaten, Gemüse, Fisch und Fleisch gegessen werden. In Pesto gibt
Basilikum einen harmonischen Geschmack. Basilikum wirkt als Heilmittel antidepressiv, antiphlogistisch,
entblähend, fiebersenkend, schleimlösend, verhindert Erbrechen und lindert Juckreiz.
Gewürz
Bohnenkraut
Bohnenkraut stammt aus dem östlichen
Mittelmeerraum. Es riecht und schmeckt leicht pfeffrig, ähnlich den Kräutern der Provence. Zum Würzen eignet
sich Bohnenkraut für Hülsenfrüchte ( Erbsen, Bohnen ), Fleisch und alle Arten von deftiger Hausmannskost. Das
Gewürz Bohnenkraut ist in getrockneter Form reich an Gerbstoffen und hat als Heilmittel eine stopfende
Wirkung. Auch werden die ja eher blähenden Bohnen mit Bohnenkraut besser vertragen.
Gewürz
Dill
Der Dill ( Anethum graveolens ) stammt aus
Indien und Westasien, kann aber auch leicht als Garten- oder Balkongewürz selbst gezogen und frisch geerntet
werden. Auch eingefroren oder getrocknet ist der Dill aber noch von kräftiger Würze. Das Heilmittel
Dill eignet sich vorzüglich für Eierspeisen, Fisch, Kartoffeln, Fisch, Meeresfrüchten, Gurkensalat, Quark und
für helle Saucen.
Schon vor über 4000 Jahren wird der Dill als
Heilpflanze in ägyptischen Schriften aufgeführt und die Kenntnisse über diese Pflanze haben über Griechenland
und Rom auch zu uns gefunden. Karl der Große ordnete an, Dill anzubauen und im Mittelalter wurde der Dill als
Heilpflanze und wegen seiner guten Wirkung wider die "scharze Magie" verwendet.
Als Heilmittel kann Dill gut gegen
Blähungen wirken und man findet auch eine bakterizide ( Bakterientötend ) Wirkung gegen einige Darmbakterien die
besonders zu den pathogenen Keimen zählen. Dill wirkt auch gegen Krämpfe, besonders bei Gallenkoliken. Insofern
ist Dill besonders bei Leber- und Gallenwegserkrankungen eine hilfreiche Unterstützung. Eine gewisse
entspannende Wirkung ist auch psychogen zu finden, darum kann Dill neben den körperlichen Krämpfen auch bei
geistiger Verkrampftheit und nervöser Schlaflosigkeit helfen. Da auch der Milchfluss angeregt wird, ist Dill
eine während des Stillens sinnvolles Gewürz.
Gewürz
Ingwer
Ingwer ( Zingiber officinale ) stammt aus
China und die frischen Ingwerwurzeln müssen fest und ohne braune Stellen sein. Roh verwendeter Ingwer ist
süß-scharf, brennend und aromatisch. Ingwer eignet sich an Fleisch- und Fischgerichten, zur Verfeinerung von
Suppen, zum Einlegen von Gurken oder Heringen, an pikanten Saucen und Kompotten und als Ingwersauce zu allen
Gemüse- und Reisgerichten. Das Heilmittel Ingwer soll auch sehr lecker zu Sushi schmecken, falls man keine Angst
vor dem Fischbandwurm hat. Auch Ingwertee mit frisch geriebenem Ingwer hat eine gute arzneiliche
Wirkung.
Ingwer ist stark schweißtreibend, was seine
Anwendung am Beginn von Erkältungskrankheiten sinnvoll macht. Auf den Magen-Darm-Trakt wirkt Ingwer entspannend
und kann bei einem nervösen Magen hilfreich sein. Die Speichel- und Magensaftsekretion wird stimuliert und
dadurch kommt es einer Verbesserung der Verdauung. Auch die antiinfektiöse Wirkung wird vielfach beschrieben.
Gerade bei Lebensmitteln unklarer hygienischer Herkunft kann ein reichlicher Ingwerzusatz schützend wirken,
wobei hier natürlich die Grundlagen von Lebensmittelhygiene deshalb dann nicht etwa ingnoriert werden
sollten.
Gewürz
Knoblauch
Knoblauch ( Allium sativum ) stammt aus
Zentralasien und hat einen typischen scharf-würzigen Geschmack und Geruch. Da die Ausdünstungen des Körpers
einen charakteristischen, den schwefligen Anteilen des Knoblauch entsprechenden Duft annehmen, ist Knoblauch
nicht jedermanns Sache. Das Heilmittel Knoblauch eignet sich an Fleischgerichten, Meeresfrüchten, Gemüsen,
Salaten, Saucen und Dips.
Schon beim Bau der ägytischen Pyramiden sollen
die Arbeiter Knoblauch erhalten haben, um ihre Kräfte zu erhalten. Der Knoblauch wurde übrigens anders als die
meisten anderen Gewürzpflanzen nicht über die Römer nach Europa gebracht, sondern war schon vor den römischen
Eroberungen bei den Germanen bekannt. Der Name Knoblauch kommt vom Wort "chlofalouh" was soviel wie gespaltener
Lauch bedeutet und ein Hinweis auf die Wuchsform des Knoblauchs ist. Insofern ist enge Assoziation die in
Deutschland den Knoblauch mit den Türken verbindet mal wieder nichts als ein Vorurteil. Interessant ist, dass im
Volksglaube der Knoblauch einen guten Schutz gegen böse Geister und, wer wüsste dies nicht, gegen Vampire
darstellt.
Knoblauch hat eine große Zahl von
Heilwirkungen, z.B. wirkt es durch eine Cholesterinsenkung vorbeugend gegen Bluthochdruck und Arteriosklerose,
hilft bei chronischen Magen- und Darmirritationen und stimuliert das Immunsystem. Knoblauch wirkt schleimlösend,
schweißtreibend, antibiotisch, entzündunsghemmend und desinfizierend und kann bei Verletzungen sogar äusserlich
angewendet werden. Da die Milch bei stillenden Müttern auch nach Knoblauch schmeckt sollen manche Kinder diese
dann nicht mögen, doch ob dies nicht eine Sache der Gewöhnung ist ?
Bei Bronchitiden soll Knoblauch eine sehr gute
Wirkung haben, wenn man eine ausgepresste Knobolauchzehe mit einer halben Zitrone, heißem Wasser und einem
Teelöffel Honig mehrmals täglich trinkt. Für mich hat der Knoblauch nur zwei Nachteile, zum einen habe ich
mehrfach erlebt, dass er die homöopathischen Arzneimittel antidotieren kann und zum anderen mag meine Frau
keinen Knoblauchgeruch.
Gewürz
Koriander
Koriander ( Coriandrum sativum ) stammt aus
dem vorderen Orient und hat einen eigentümlichen, charakteristischen Geschmack. Im Nahen Osten und in
Südostasien ist Koriander ein typisches Gewürz als Beilage zu fast allen Gerichten.
In der chinesischen und indischen Medizin hat
das Heilmittel Koriander eine lange Tradition bei Schwächezuständen und in der Rekonvaleszenz. Koriander fördert
die Verdauung und hilft bei Darmträgheit und Verstopfung. Zusätzlich findet man auch eine Anregung des Appetits.
Als eine weitere bewährte Anwendung des Koriander wird die Migräne beschrieben, wogegen es bei normalen
Kopfschmerzen nicht wirken soll. Eine besondere Anwendung des Korianders soll auch die Bereitung eines
Liebestrankes sein, wobei zerstoßener Koriander mit Rotwein 1 Woche ziehen gelassen wird und dann zimmerwarm
getrunken werden soll.
Gewürz
Kresse
Kresse kennt man als milde Gartenkresse und
scharf-würzige Brunnenkresse. Während die Gartenkresse als Salat gegessen werden kann, eignet sich die würzige
Brunnenkresse als Salatkraut mit pikanter Schärfe. Brunnenkresse kann auch gut zu Quark, Saucen, Kräuterbutter
und als Kräutermantel für Geflügel verwendet werden.
Das Heilmittel, die Brunnenkresse ( Nasturtium
officinale ), die in der Volksheilkunde auch als Bornkers, Wasserkresse, Bachkresse oder Wassersenf bezeichnet
wird kommt in ganz Europa an sauberen Bächen und Quellen vor. Es wird das ganze Kraut gesammelt, welches
ätherische Öle, Senfölglykoside, Bitterstoffe, Gerbstoffe und die Vitamine C und E enthält. Die Brunnenkresse
wirkt harntreibend, magenstärkend und schleimlösend. Sie kann bei Gicht, Vitaminmangelkrankheiten,
Verschleimungen der Lunge und bei Diabetes mellitus angewendet werden. Bei längerer Anwendung kann es zu Blasen-
und Nierenreizungen kommen. Brunnenkresse von Rinderweiden sollte nicht als Salat verwendet werden, da sonst die
Möglichkeit einer Infektion mit dem großen Leberegel ( Fasciola hepatica ) besteht. Hierzu kann man in den
Berliner Heilpraktiker Nachrichten Nr. 2 / 1996 oder unter www.samuelhahnemannschule.de genau
nachlesen.
Gewürz
Majoran
Majoran stammt aus dem Mittelmeerraum und ist
die Kulturform des Oregano sowie eine Verwandte Pflanze von Thymian. Das Heilmittel Majoran hat einen intensiv
süßlichen und blumig-frischen Geruch und einen deftigen Geschmack mit pfeffrigen Geschmacksanteilen. Majoran
eignet sich als kraftvolle Würze zu schweren Gerichten wie Gänsebraten, Hülsenfrüchten und
Bratkartoffeln.
Gewürz
Oregano
Organo ( Origanum vulgare ) oder Dost stammt
aus dem Mittelmeerraum und ist die wilde Form des Majorans. Oregano gibt ein würziges, typisch "italienisches"
Aroma. Oregano kann zu Fleisch, Tomatensuppen, Nudeln, Ölen, Essig und zu fetten Speisen mit Lamm oder Schwein
verwendet werden.
Das Heilmittel Oregano ist wirksam bei
Vergiftungen, Menstruationsbeschwerden, Schwangerschaftsübelkeit.
Die Inhaltsstoffe des Oreganosind vielfältig.
Das ätherische Öl (max. 4%) enthält variable Mengen an den beiden Phenolen Caracrol und Thymol sowie eine
Vielzahl von Monoterpenkohlenwasserstoffen (Limonen, Terpinen, Ocimen, Caryophyllen, beta-Bisabolen und p-Cymen)
und Monoterpenalkohlen (Linalool, 4-Terpineol). Besonders die Inhaltsstoffe Thymol und Carvadrol haben schon
durch die Jahrhunderte das Interesse von Heilkundigen, Priestern und Phamakologen geweckt. So verwendete man im
alten Ägypten Thymol und Carvacrol aus dem Thymian wegen seiner bakteriziden und fungiziden Eigenschaften zur
Konservierung von Mumien. Im Mittelalter bis in die Neuzeit galten Zubereitungen ätherischer Öle als
„Antibiotika für die Armen“. Die Vielzahl von angebotenen „Oreganoölen“ unterscheiden sich ganz erheblich in den
Gehalten und der Zusammensetzung an wirkungsbestimmenden Inhaltsstoffen – ebenso in Wirksamkeit, Qualität und
Preis.
VOLKSHEILKUNDE UND
MYTHOLOGIE:
Unter dem von Dioskurides angeführten
Feld-Origanum ist wohl das in Griechenland und im Orient häufige, meist weißblühende Origanum viride zu
verstehen. Dioskurides schreibt von der Pflanze nur, daß Blätter und Blüten, mit Wein getrunken, gegen den Biß
wilder Tiere helfen. Aristoteles erzählt, daß die Schildkröten, nachdem sie eine Schlange verschlungen haben, um
nicht zu sterben, Oreganum fräßen. Scribonius Largo benutzte Oreganum als Brechmittel. In den alten deutschen
Kräuterbüchern wird Origanum vulgare sehr eingehend behandelt. Nach Ansicht von Hildegard von Bingen genügt es,
davon zu essen oder es zu berühren, um sich die Lepra zuzuziehen, dagegen sei die Pflanze ein sicheres Mittel
für die Menschen, welche schon leprakrank wären.
Konrad v. Megenberg empfiehlt Oregano mit
Schwefel gemischt als ein gutes Mittel, um Ameisen zu vertreiben. Allgemein wurde das Heilmittel Oregano in der
Volksheilkunde als Mittel gegen mangelhafte Verdauung, Verstopfung, Nieren- und Leberleiden, Gelbsucht,
Unterleibskrämpfe der Frauen, Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Halsentzündungen, Rheumatismus und Husten verwendet.
Wie Knoblauch und Stinknessel (Stachys silvaticus) diente der Oregano als Berufs- und Beschreikraut, um vor
bösem Zauber und Übertragungen von Krankheiten zu schützen. Der Oregano ist wohl wegen des stark aromatischen
Geruches eine uralte antidämonische Pflanze. Über die Verwendung als zauberabwehrendes Mittel im deutschen Volke
berichtet Marzell. Im deutschen Volksaberglauben erscheint der Dorst besonders in Verbindung mit Dorant, Hertheu
(Johanniskraut), weißer Heide, Baldrian, Dill und Schwarzkümmel als eines der hauptsächlichsten Mittel, um Hexen
fern zu halten. Zahlreiche Sagen erzählen, wie der Böse (Teufel, Hexe) vor dem Dorst fliehen mußte. Häufig wird
eine Wöchnerin genannt, die der Dorst vor dem Unheil schützte. Als Pflanze des Gegenzaubers ist der Dorst häufig
auch ein Bestandteil des Kräuterbündels. Besonders ist der Oregano als ein Mittel gegen die Milchverhexung
beschrieben. Im Stall oder im Haus aufgehängt, verwehrt der Oregano den Hexen den Eintritt.
Pflanzenheilkunde:
In der Pflanzenheilkunde kann Heilmittel der
Oregano zur Entgiftung verwendet werden, den er zeigt eine harmonisierende und entgiftende Wirkung besonders bei
chronischen und schleichenden Vergiftungen, z.B. durch Amalgam-Plomben der Zähne. Auch bei
Menstruationsbeschwerden, bei morgendlicher Übelkeit und besonders bei Schwangerschaftsübelkeit hat sich Oregano
als hilfreich erwiesen. Auch als Schmerzmittel ist Oregano hilfreich, besonders positiv ist, daß der Oregano
nicht schläfrig macht, sondern die Lebensgeister anregt. Oregano soll uns helfen, wieder zu uns selbst zu
finden, statt in Gedanken immer nur in der Zukunft und beim arbeiten zu sein. Oregano kann helfen, das ICH zu
entwickeln, und erheblich dazu beitragen, den aufgewühlten und stressgeplagten Geist zu
harmonisieren.
Bei chronischen Vergiftungen kann man 1
Esslöffel Oregano in ½ Liter Wasser fünf Minuten aufkochen und das Wasser dann durch ein Sieb gießen. Von dem
Sud sollte man zweimal täglich ein kleines Glas trinken und diese Kur 3 bis 4 Wochen anwenden.
Bei Übelkeit und Mentruationsbeschwerden
sollte man 1 Teelöffel Kräutertee mit ½ Teelöffel Oregano
mischen und das Ganze mit einer Tasse kochendes Wasser überbrühen. Man läßt den Tee 5 bis 10 Minuten ziehen und
seiht ihn dann ab. Den Tee kann man direkt trinken.
Bei Gelenkschmerzen sollte man sich
kaltgepresstes Sesamöl kaufen und 100 ml davon mit 2 Teelöffeln Oregano mischen. Das Öl sollte einen Tag lang
ziehen. Danach kann man die schmerzenden Gelenke zweimal täglich einreiben. Bei Kopfschmerzen kann man das Öl
auch auf Stirn und Nacken auftragen.
Bei Schlafstörungen sollte man ein kleines
Baumwollkissen mit Oregano füllen und es sich unter das Kopfkissen legen.
Bei Unruhe und Hektik sollte man viel mit
Oregano würzen und auch 2 x täglich 5 Tropfen des Oregano-Öls einnehmen.
Diätetik:
In Italien ist Oregano ein unverzichtbarer
Bestandteil einer echten neapolitanischen Pizza. Für die Verwendung als Gewürz wird die Pflanze am besten im
Herbst gepflückt, in Büscheln getrocknet und zerrieben. Das Heilmittel, der getrocknete Oregano, hält lange sein
Aroma, so daß er auch als getrocknetes Gewürz im Winter verwendet werden kann. Das von den Europäern nach
Südamerika eingeführte Gewürz fand auch in Mexiko großen Anklang, wo es besonders in Kombination mit Chili
verwendet wird.
Homöopathie:
Im homöopathischen Arzneimittelbild findet man
starke Veränderungen der Stimmung. Auch Ängste
treten auf. Bei Patientinnen zeigen sich mächtige laszive Impulse, die den Patientinnen Angst machen, weil sie
dadurch ihren religiösen Pflichten nicht nachkommen. Man findet sexuelle Ausschweifungen und die permanente
Beschäftigung mit der Sexualität. Es finden sich Gedanken an Heirat, das Schwinden der Gedanken während
sexueller Erregung und laszive Gedanken mit sexueller Reizung. Zum Arzneimittelbild von Oregano gehört auch die
Nymphomanie bei jungen Mädchen und die Neigung zur Onanie.
Auch Wahnideen, Halluzinationen, Einbildungen
und Sinnestäuschungen können beobachtet werden. Die Patientinnen glauben sich verloren und geächtet. Sie glauben
in der Hölle zu sein und in Ketten zu liegen. Die Träume sind ängstlich, erotisch, erregend, lastziv und
lebhaft. Man findet einen häufigen Harndrang, der die Patienten nachts bis zu viermal aus dem Schlaf
weckt.
Gewürz
Petersilie
Petersilie stammt aus dem östlichen
Mittelmeerraum und ist sehr reich an den Vitaminen A und C. Petersilie eignet sich besonders für Gerichte mit
Möhren, Kartoffeln und jungem Gemüse, aber auch für Suppen und Quark. Das Heilmittel Petersilie lässt sich auch
gut einfrieren und gefroren z.B. zur Suppe geben. Petersilie wirkt diuretisch, bewirkt eine Tonussteigerung im
Verdauungsapparat und wirkt kontraktionsfördernd auf die Gebärmutter.
Gewürz
Rosmarin
Rosmarin ( Rosmarinus officinalis ) stammt aus
dem Mittelmeerraum und hat duftende Zweige mit nadelartigen Blättern gefüllt mit bitterharzigen Aromastoffen.
Die Aromen des Heilmittels Rosmarin können durch das Einlegen gut in Essig, Olivenöl oder Wein übergehen. Die
abgezupften Nadeln oder auch ganze Zweige können, wenn man sparsam dosiert, mitgekocht werden, z.B. für Lamm,
Ziege, Fisch, Wild, Geflügel, Pilzen und auch zu Schmorgerichten. Da Rosmarin ein sehr starkes Gewürz ist,
sollte man beim ersten Versuch vorsichtig mit der Menge sein.
Rosmarin wirkt auf den Verdauungsapparat und
macht die Speisen leichter verdaulich. Es hat auch eine blutsteigernde Wirkung und ist bei Hypotonie geeignet.
Eine positive Wirkung ist auch bei Rheuma und Gicht beschrieben, genauso wie es hilfreich bei Kopfschmerzen
durch Übermüdung und Abgespanntsein hilft. Die anregende Wirkung des Rosmarin kann auch bei
Erschöpfungszuständen, Mangel an Spannkraft, Potenzstörungen, Altersdepression und geistigem Abbau hilfreich
sein.
Gewürz
Salbei
Salbei ( Salvia officinalis ) stammt aus dem
Mittelmeerraum und hat ein kräftiges Aroma. Salbei passt mitgebraten oder gekocht zur Minestrone, zu Fisch, Wild
und Geflügel. Besonders fette Gerichte werden mit Salbei geschmackvoller und auch verträglicher, so z.B.
Schweine- oder Lammbraten, Leber oder Pasta.
Das lateinische Wort "salvus" leitet sich vom
Begriff für "gesund" ab und zeigt die Wertschätzung, welche Wertschätzung man in der Antike dem Salbei zollte.
In Mitteleuropa ist das Heilmittel, der Salbei, als Gewürz- und Arzneipflanze seit dem 9. Jahrhundert bekannt,
so findet man in den Kapitularien Karls des Großen schon Hinweise auf den Anbau des Salbeis. Salbei findet
Anwendung als Desinfektionsmittel der Schleimhäute, besonders der Mundschleimhaut. Salbei ist hierbei in
Halsbonbons, Zahncremes und Mundwasser zu finden. Neben der desinfizierenden Wirkung wirkt Salbei gegen starkes
Schwitzen, senkt Fieber und hat auch eine schmerzlindernde und entkrampfende Wirkung bei
Menstruationsbeschwerden.
Gewürz
Sauerampfer
Der Sauerampfer stammt aus Europa und Asien.
Er ist als junge Pflanze leicht säuerlich, später sauer und deutlich schärfer. Man kann das Heilmittel
Sauerampfer zum Würzen von Salaten, zu Omeletts, Suppen, Eintöpfen, Mayonnaisen, Quark und Joghurt verwenden.
Gedünstet schmeckt Sauerampfer auch als Gemüse.
Gewürz
Thymian
Thymian ( Thymus vulgaris ) stammt aus dem
Mittelmeerraum und kann sowohl frisch ( kurz vor der Sommerblüte geerntet ) als auch getrocknet verwendet
werden. Das Heilmittel Thymian ist ein aromatisches Gewürz, welches zu Pilzen, Zucchini, Kartoffeln, Pasteten,
Ragouts, Eintöpfen, Suppen, Saucen, Marinaden, Fleischbeizen, Braten, Wurst und auch gut zu Schmalz
passt.
Der Thymian wurde wegen seiner antiseptischen
Wirkung schon im alten Ägypten zum einbalsamieren verwendet. Die Benediktiner brachten den Thymian nach
Deutschland und hier schätzten die Benediktinerin Hildegard von Bingen ( 1098-1179 n.Chr. ) und der Dominikaner
Albertus Magnus ( 1200-1280 n.Chr. ) den Thymus als Gewürz und als Heilpflanze.
Thymian ist neben der verdauungsfördernden
Wirkung mit einer Anregung der Speichel- und Magensaftsekretion wirkt Thymian auch hilfreich gegen Anämien, da
er anregend auf die Blutbildung wirkt. Eine weitere Wirkung ist die desinfizierende Wirkung, besonders im
Bereich von Entzündungen von Hals und Rachen. Am Beginn von Erkältungskrankheiten kann Thymian den Verlauf
deutlich mildern.
Der heimische Feldthymian ( Thymus serpyllum )
wirkt fäulniswidrig, fiebersenkend, beruhigend, geruchsmindernt und krampfstillend. Das Thymiankraut wird bei
Husten, Koliken, Blähungen und bei Unterleibskrämpfen angewandt.
LITERATUR
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Braun, H. / Frohne, D. : Heilpflanzenlexikon,
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Berliner Heilpraktiker Nachrichten Nr. 5 / 1999
Maudaus, G. : Lehrbuch der biologischen
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Ody, P. : Naturmedizin Heilpräuter, BLV, 5.
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Schilcher, H. / Kammerer, S. : Leitfaden
Phytotherapie, Urban & Fischer, 1. Aufl. 2000, München
Schroyens, F. : 1001 kleine Arzneimittel,
Hahnemann-Institut, 1. Aufl. 1995, Greifenberg
Schwarz, A. / Schweppe, R. : Heilen mit
Gewürzen, Droemer-Verlag, 1. Aufl. 1997, München
Seideneder, A. : Mitteldetails der
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Stein, M. : Oregano, Hochwirksam und mehr als
nur ein Pizzagewürz, VETimpulse Nr. 5 / 1999
Strehlow, W. : Hildegard Medizin für die ganze
Familie, Gräfe & Unzer, 1. Aufl. 1998, München
Wendelberger, E. : Heilpflanzen, BLV, 9. Aufl.
2001, München
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