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Aufgrund dieser Überlegungen habe ich mich seinerzeit für die Klassische Homöopathie entschieden und kann mir bis zum heutigen Tag zu dieser Entscheidung immer noch gratulieren. Im nächsten Jahr feiern wir unser 10-jähriges Praxisjubiläum und wenden seit dem ersten Tag die Homöopathie bei akuten und chronischen Krankheiten mit Erfolg bei unseren Patienten an. In vielen Erstgesprächen mit Patienten und auch Schülern mußte und muß ich immer wieder feststellen, dass vielen das Wort "Homöopathie" zwar schnell über die Lippen geht und geläufig scheint, der wirkliche Hintergrund dieser Therapie den meisten Menschen jedoch nicht bekannt ist. Da werden schon mal der industriell gefertigte Kräutertee oder der Mineralienmix vom Discounter, bestenfalls das in Funk und Fernsehen stark beworbene Komplexmittel zusammen mit der Klassischen Homöopathie in einen Topf geworfen. Oder Homöopathie wird generell mit dem Begriff der allgemeinen Naturheilkunde verwechselt. Um diesem Umstand entgegenzuwirken, möchte ich Ihnen hier die über 200 Jahre alte Heilweise in kurzen Worten verständlich machen.
Die Homöopathie ist eine Heilmethode mit eigenen Gesetzmäßigkeiten und eigenen Medikamenten. Sie ist ein sanftes, ganzheitliches und sehr gut verträgliches Heilverfahren. Es werden nicht Krankheitssymptome therapiert, sondern immer der ganze Mensch. Das Wort Homöopathie stammt aus dem Griechischen ("homoin" = ähnlich, "pathos" = Leiden) und bedeutet so viel wie "ähnliches Leiden". Dies ist auch das Behandlungsprinzip dieser Heilweise. "Similia similibus curentur" - "Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt". Diese Regel wurde vom Begründer der Homöopathie, dem deutschen Arzt, Apotheker und Chemiker Dr. Samuel Hahnemann im Jahre 1796 aufgestellt und bedeutet so viel wie "Was einen gesunden Menschen erkranken läßt, kann einen Kranken heilen". Das oft verwendete Beispiel der Küchenzwiebel hilft zu veranschaulichen, was damit gemeint ist. Beim gesunden Menschen verursacht sie, wie zweifelsohne jeder beim Zwiebelschneiden in der Küche schon einmal bemerkt hat, eine laufende Nase und tränende Augen. Dieselbe Substanz, unsere Küchenzwiebel (lateinisch: Allium cepa) in homöopathisch aufbereiteter Form ist nun in der Lage, dieselben Symptome bei einem Kranken zu heilen. Es wäre also z. B. ein geeignetes Heilmittel gegen Heuschnupfen. Es stehen heute über 1400 verschiedene homöopathische Wirkstoffe aus Pflanzen, Mineralien und aus der Tierwelt zur Verfügung und es kommen immer neue hinzu. Das alte Sprichwort "Gegen alles ist ein Kraut gewachsen" scheint sich hier zu bewahrheiten. In entsprechender Potenzierung, also dem Verfahren, Wirkstoffe homöopathisch aufzuschlüsseln, hält der Apotheker diese Medikamente in den unterschiedlichen Darreichungsformen Globuli, Tropfen oder Tabletten, aber auch als Augentropfen, Spray oder Injektionslösung bereit.
Welches Mittel das für den Patienten passende ist, ermittelt der homöopathische Therapeut zusammen mit dem Patienten in einer ausführlichen Befragung, der sogenannte Homöopathischen Anamnese. Neben den Informationen, die wir homöopathisch auswerten und umsetzen können, ist dieser erste Termin, der 2-3 Stunden dauern kann, eine oft willkommene Gelegenheit für den Patienten, sich einmal all die für ihn belastenden Dinge von der Seele zu sprechen und sich zusammen mit dem Heilpraktiker über individuelle Zusammenhänge klarzuwerden. Jeder homöopathische Behandler ist also immer auch ein Stück weit Psychotherapeut. Aber dabei bleibt es in unserem Fall nicht. Die Ergebnisse der Befragung zu körperlichen, seelischen und geistigen Beschwerden, Vorlieben und Abneigungen, Gewohnheiten und Lebensumständen werden nunmehr homöopathisch ausgewertet in der sogenannten "Homöopathischen Repertorisation". So nennt man die Methode, die individuelle Symptomatik des Patienten mit den vielen zur Verfügung stehenden Heilmitteln zu vergleichen und das Ähnlichste (lateinisch: "Similimum") Medikament für ihn zu finden. Nur diese korrekte Anamnese und Repertorisation aller Symptome des Patienten führen zum gewünschten Ergebnis und so ist es auch zu erklären, warum ein und das gleiche Mittel, das Frau A so gut gegen ihre Beschwerden geholfen hat, bei ihrer Nachbarin Frau B nicht zwangsläufig dieselbe Wirkung hat (und wenn Frau A es noch so gut gemeint hat...). In letzter Zeit macht eine Art der "Homöopathie" Furore, die man eigentlich nicht mehr als solche bezeichnen kann. Wer meint, er könne auf eine fachliche Beratung verzichten und sich statt dessen auf diverse Laienratgeber aus dem Kaufhaus verlassen, der muß dann nicht der Homöopathie die Schuld geben, wenn der Erfolg ausbleibt. Sicherlich gibt es auch in der Homöopathie Mittel für bewährte Indikationen, doch man sollte schon ein paar Regeln beherrschen, bevor man gute Ratschläge erteilt oder versucht, mit 8 homöopathischen Mitteln "die Welt zu retten".
Ein wichtiger, allgemein nicht so bekannter Bestandteil der Homöopathie nach Samuel Hahnemann ist die Miasmenlehre. Miasmen (griechisch: Befleckung) sind energetische Störungen der Lebenskraft, die bereits ererbt sein können und eine Erklärung dafür bieten, warum sich bestimmte Krankheiten durch ganze Familien hindurchziehen. Indem man die Miasmen in die homöopathische Behandlung mit einbezieht, behandelt man also ursächlich die eigentliche Störung im System und nicht nur deren Auswirkungen. Stellen Sie sich einmal vor, ein Apfelbaum trüge jedes Jahr faule Äpfel. Meinen Sie, das Problem wäre behoben, wenn man einfach alle Äpfel abschneiden würde? Was würde wohl im nächsten Jahr am Baum hängen? Oder ein anderes Beispiel, meinen Sie, es kommt schon alles in Ordnung, wenn Sie die lästig rot aufleuchtende Ölkontrollampe im Auto kurzerhand mit dem Hammer einschlagen? Aus diesem Verständnis heraus lehnt die Homöopathie die Unterdrückung von Symptomen grundsätzlich ab. Selbst wenn das gesundheitliche Problem zunächst behoben scheint, z.B. durch das Wegsalben eines Hautausschlages, wird der kranke Organismus davon keineswegs gesünder. Oftmals kommt es zu Verschiebungen der Symptomatik und an ganz anderer Stelle entstehen neue, oftmals schwerwiegendere Probleme. Der klassisch homöopathische Anspruch ist, das Übel an der Wurzel zu packen, also das Miasma homöopathisch zu bekämpfen. Es stehen uns hierfür spezifische, antimiasmatisch wirkende Arzneimittel zur Verfügung. Wenn das Grundübel überwunden ist, kann die Lebenskraft wieder frei fließen und funktionieren.
In unserer Praxis hat sich gezeigt, das eine homöopathische Begleitung ein guter Weg zur Verbesserung und Erhaltung der Gesundheit ist. Sie ist in der Lage, sanft, sicher und dauerhaft zu heilen. In der Regel ist es notwendig, die homöopathische Therapie über einen längeren Zeitrum durchzuführen. Es gibt immer wieder spektakuläre Therapieerfolge, in denen ein einziges Mittel einen Krankheitsfall regelrecht aufrollt und der Patient nie wieder über Beschwerden klagt. Dies entspricht dann wohl ungefähr dem Sekundenphänomen aus der Neuraltherapie (Wikipedia). Diese Fälle sind die, von denen wir oft lesen oder die dann mit Ross und Reiter werbewirksam bei"Fliege" im TV vorgestellt werden. Das führt aber auch zu einer übersteigerten Erwartungshaltung von seiten der Patienten. Ofmals müssen mehrere miasmatische Schichten durch homöopathische Mittelfolgen abgearbeitet werden, was "Geduld und Spucke" erfordert. Diese Zusammenhänge müssen den Patienten erklärt werden, denn um ihre Gesundheit geht es. Den Patienten geht es meist schon unter der Therapie schnell besser. Es ist jedoch von Vorteil, bei noch bestehenden oder neu auftretenden Beschwerden die Therapie fortzusetzen.
Denn jeder sollte nun verstanden haben:
Auch in der Medizin leuchtet die rote Ölleuchte nicht ohne Grund!
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Tanja Höing-ZinglerGartenstraße 23 siehe: Praxishomepage
Vertrauen
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