Blähungen beim Säugling

Karen Bödefeld
Heilpraktikerin
Beim Säugling sind Blähungen, auch Meteorismus oder
Flatulenz genannt, ganz natürlich.
Sie entstehen entweder durch verschluckte Luft oder meist durch Gase, die sich im
Dickdarm bei der Verdauung bilden. Es bilden sich bei den Gärungsprozessen immer Darmgase, die normalerweise
etwa 20mal täglich über den Darmausgang entweichen.
Wenn dieser natürliche Abgang von Gasen nicht stattfindet, bläht sich der Bauch.
Der mit Luft überdehnte Darm kann dann sehr schmerzhafte Krämpfe, sogar kolikartige Schmerzen
verursachen.
Bei Blähungskoliken (Dreimonatskoliken) von Säuglingen in den ersten Lebensmonaten
haben Studien ergeben, dass die Ermüdung des Säuglings eine zentrale Rolle spielt.
Das Kind hat die Schreiattacken selten aufgrund von Blähungen. Diese entstehen
eher durchs vermehrte Luftschnappen dabei.
Besonders häufig schreien Kinder zwischen 16 und 24 Uhr, was auch für Ermüdung
spricht.
Der Schlaf- Wach- Rhythmus wird erst mit der Zeit erlernt und kann durch
Regelmäßigkeit im Tagesablauf und ruhige Ausstrahlung von Seiten der Eltern unterstützt werden.
Bei außergewöhnlich langem und ungewöhnlichen Schreien, monoton und unabhängig von
der Tageszeit, ist fachliche Untersuchung selbstverständlich notwendig.
Ursachen
Blähende Speisen ( u.a. Kohl, Hülsenfrüchte, frisches Brot, Zwiebeln,
kohlensäurehaltige Getränke)
Speisen, die zu stark gewürzt, zu fett, zu süß sind
Regelmäßig Alkohol, Nikotin, Kaffee
Stress, Angst, Depression (vegetatives Nervensystem reagiert)
Reizmagen
Nahrungsmittelallergien
Darmverengung
Störung in Menge und Zusammensetzung der Verdauungssäfte, z. B. zu wenig
Magenenzym, zu wenig Gallensäure, zu wenig Sekret aus der Bauchspeicheldrüse
Wichtig: gestörte Darmflora aufgrund Antibiotikabehandlung und bei
Pilzinfektion
Vorbeugung
Daraus lassen sich natürlich vorbeugende Maßnahmen leicht ableiten.
Stillende Mütter denken zum Wohle ihres Kindes bitte besonders gut
daran:
Auf blähende Speisen verzichten
Alkohol / Nikotin / Süßigkeiten meiden
Für gute Verdauung sorgen
Langsam essen und gründlich kauen
Für regelmäßige Bewegung nach dem Essen sorgen
Naturheilkundliche Behandlung
Die Behandlung von Blähungen hat drei Komponenten.
Behebung der Ursachen, sofern bekannt
Linderung der bestehenden Beschwerden
Vorbeugung
Ist die Darmflora gestört, muss natürlich in dem Bereich
wiederaufgebaut werden. Fachkundige Hilfe ist notwendig, da bestimmte Bakterienpräparate zugeführt werden
müssen.
Die im Lebensmittelmarkt angebotenen Probiotika sind in ihrer Konzentration dafür
unbrauchbar.
Wärmebehandlung
Bei Blähungen bringt Wärme deutliche Entspannung. Die Bauchmuskulatur entkrampft
sehr schnell und oft ist allein dadurch Gasabgang schon wieder möglich.
Ein warmes Sitzbad ist dabei eine mögliche Variante.
Auch trockene Wärme über die Wärmflasche oder ein Körnerkissen ist schnell
bereitet.
Bitte achten Sie darauf, dass sie nie zu heiß und nur mit einem schützenden Tuch
umwickelt aufgelegt wird.
Als besonders angenehm wird die feuchte Wärme eines Wickels empfunden.
Er erwärmt, regt den Stoffwechsel der Bauchorgane an, beruhigt und lindert
Schmerzen und Krämpfe. Das damit verbundene Umsorgtsein tut gleichermaßen gut.
Feuchtwarmer Bauchwickel:
Bei Kindern reicht ein Waschlappen oder ein kleines Handtuch, das in möglichst
warmem Wasser getränkt wird. Dieses wird gut ausgewrungen, auf den Bauch des Patienten gelegt und mit einem
trockenen Handtuch umhüllt. Die Dauer der Anwendung richtet sich nach Wunsch des Patienten und Wärmegrad des
Wickels. Er kann gerne wiederholt werden.
Massage und Einreibung
Gute Erfahrungen habe ich mit der Einreibung des Bauches mit Kümmelöl 10%ig oder
Melissenöl gemacht.
Im Uhrzeigersinn wird mit kreisenden Bewegungen gleichmäßig massiert.
Heilpflanzentees
Heilpflanzen eignen sich gerade zu Beginn von Beschwerden besonders gut als
Teemischung.
Empfehlen kann ich bei Blähungen außer den bekannten Heilpflanzen Kamille und
Kümmel besonders Anissamen und Fenchelsamen.
Vor allem im Säuglingsalter sind diese beiden gemeinsam gut einsetzbar als Zusatz
zur Flaschennahrung oder vor der Stillmahlzeit.
Als Menge empfehle ich für Säuglinge 30ml pro Mahlzeit, für Klein- und Schulkinder
etwa zwei Tassen Tee täglich. Erwachsene nehmen bitte die doppelte Menge pro Tag.
Zubereitung: Je ein ¼ Teelöffel Anis und Fenchel (beide etwas zerdrückt) mit ¼
Liter
kochendem Wasser aufbrühen, 10 Minuten ziehen lassen, danach abseihen.
Biochemie
Möchten Sie die bewährten Schüssler-Salze einsetzen, dann ist als Hauptmittel die
Nr. 7, Magnesium phosphoricum D6, zu nennen. Gerade bei den Blähungskoliken wird die Muskulatur dadurch
deutlich entspannt (bitte als „heiße Sieben"
geben).
Zusätzlich:
Wenn die Blähungen wie nach faulen Eiern riechen - Nr.4 Kalium chloratum
D6
Wenn sich die Blähungen hauptsächlich im rechten Oberbauch befinden -
Nr. 6 Kalium sulfuricum D6 im
Wechsel mit Nr.10 Natrium sulfuricum D6
Homöopathie
Einige zutreffende Mittel bei Blähungen und Blähungskoliken sind:
Carbo vegetabilis - langsame Verdauung, geblähter Bauch, stinkende Blähungen,
ruhig, träge
Chamomilla - Neigung zu Durchfall, nicht streicheln, aber ständig
umhertragen
Colocynthis - anfallsweise dramatische Schmerzen, besser in Bauchlage
Lycopodium - abends 16-20h am schlimmsten, Druck unangenehm, empfindlich auf
kleine Diätfehler der Mutter
Natürlich gibt es auch gute Komplexmittel in der Homöopathie.
Wer damit lieber behandeln möchte, kann auch da eine gute Auswahl finden.
(siehe auch: Schüssler Salz Rezepte, die Heiltee
Rezepte und die Homöopathie Rezepte)
Wichtiger Hinweis:
Jedes Kinderheilkunde Rezept ist erfolgreich in der täglichen Praxis erprobt.
Dennoch - setzen Sie es immer erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker ein. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und
fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Stand:
18.12.2006
Inhaltliche Verantwortung und zur
Kontaktaufnahme:
Karen Bödefeld
Holtenauer Straße
237 24106 Kiel
Telefon: 0431 - 240 63
63
siehe: Praxishomepage Email: karen.boedefeld@web.de
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