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Allgemeine Orientierung für Migräne-Patienten

A. Für Pessimisten (Bei mir hilft sowieso nichts.)

Wenn Sie diese Zeilen lesen, gehören Sie wahrscheinlich nicht zu den Pessimisten, denn diese sehen alle Möglichkeiten der Migränebehandlung als sinnlos an und würden auch kaum etwas zur Migränebehandlung lesen. Doch man muss auch realistisch sein, nur 30% der Migräne-Patienten gehen zum Arzt, 50% waren beim Arzt, gehen aber nicht mehr hin und 20% waren noch nie beim Arzt. Und von den 30%, die zum Arzt gehen, sind noch lange nicht alle Optimisten, sie gehen oft einfach zum Arzt, um z.B. den Anfall auf der Arbeit einfach überstehen zu können. Viele wollen außerhalb des Anfalls nichts mehr von der Migräne hören oder sehen.. Wenn man weiß, wie viele Menschen Migräne haben und wie wenig dann zu Migräne-Veranstaltungen kommen oder sich ein Buch mit Ratschlägen kaufen, dann kann man als Optimist nur fassungslos den Kopf schütteln. Wenn Ratten unvorhersehbar elektrische Schläge verabreicht werden, hocken sie bald apathisch in der Ecke und unternehmen nichts mehr, selbst wenn es einige Zentimeter weiter eine Hilfe gibt, den elektrischen Schlägen zu entkommen. Gibt man den Ratten aber die Möglichkeit, den elektrischen Schlägen zu entkommen, entwickeln sie ungeahnte Kräfte und Ideen, um den Schlägen zu entgehen. Pessimistische Migräne-Patienten ähneln Ratten mit erlernter Hilflosigkeit. Es gibt zwar eine gewisse Vererbung für ein optimistisches oder pessimistisches Verhalten. Doch im Rahmen der vererbten Bandbreite gibt es schon Möglichkeiten, etwas optimistischer zu werden und zu denken. Pessimistischen Migräne-Patienten möchten wir deshalb sagen:

- Von nichts, kommt nichts. Wer nichts tut, nichts unternimmt, wird kaum eine Besserung erfahren.

- Optimistisch an eine Sache herangehen, hier an die Verminderung der Migräne, bringt bessere Ergebnisse als ein pessimistisches Vorgehen. Bei negativer, pessimistischer Haltung konzentriert man sich nach Seligman auf das Schlechte. Wenn man positiv, optimistisch gestimmt ist, dann tritt eine andere Denkweise auf, man wird kreativ, tolerant, konstruktiv und großzügig.

- Optimisten leben länger, sind gesünder, haben eine glücklichere Ehe, sorgen besser für ihre Gesundheit, können negative Gefühle durch positive Gefühle unterdrücken oder aufwiegen, haben weniger Migräne, halten Schmerzen besser aus, streben höhere Ziele an, leisten mehr und halten länger durch.

Spätere Beiträge sollen dazu beitragen, sie optimistischer werden zu lassen.

- Die heutige Medizin ist in der Lage, praktisch jedem Migräne-Patienten zumindest so zu helfen, dass er sagt, „damit kann ich leben." Nicht wenige Migräne-Patienten verlieren die Migräne auch für längere Zeit oder für immer. Wäre das nicht ein Ziel? Wir wollen Ihnen dabei helfen.

B. Für Optimisten, die bereit sind, ihr Leben ein klein wenig zu ändern

(Jetzt habe ich eine Anleitung, wie ich meinen Zustand verbessern kann, jetzt lege ich los.)

- Ordnung der Lebensumstände

Wie bei einem Sumpf, der erst einmal trocken gelegt werden muss, so sollte der Migräne-Patient sein Leben so verändern, dass die Migräne viel weniger Möglichkeiten hat, ihn zu ärgern. Dazu muss man oft gar nicht so viel tun, man sollte es nur wollen. Als Fahrplan hat sich das bewährt, was Sebastian Kneipp schon vor über 100 Jahren empfohlen hat. Wir reißen die Themen hier nur an. Sie werden in weiteren Beiträgen ausführlich dargestellt:

Bewegungstherapie, d.h. einfach, sich mehr bewegen(4-6x 20-30 Minuten pro Woche)

Entspannungs- und Ordnungstherapie, d.h. alle Möglichkeiten nutzen, um die tägliche Stressmühle zu durchbrechen, täglich eine kleine Entspannungspause, weniger ärgern, Zeitmanagement

Sinnvolle Ernährung. Die gesunde Ernährung gibt es nicht, es gibt nur eine Ernährung, die gut auf den Einzelnen und seine Krankheit abgestimmt ist. Wer Heißhungeranfälle hat, sollte bei mehreren kleineren Mahlzeiten relativ wenig essen. Möglichst keinen Zucker und Süßwaren. Wenig tierische Fette, dafür Fischöl und z.B. Leinöl. Viel Magnesium, viel Kalium, wenig Kochsalz. Mindestens 1 ½ bis 2 l trinken, 2/3 davon Wasser.

Sinnvolle Verwendung von Kräutern und Pflanzen, bei der Migräne ist dies Ingwer, Pestwurz, Ginkgo, Mutterkraut u.a.

Wasserbehandlung, die bei Kneipp eigentlich an erster Stelle stand.

Wer sich um eine solche Veränderung bemüht, wird bald schon Verbesserungen sehen.

- Abbau migräne-fördernder Faktoren vor allem mit natürlichen Mitteln und Methoden

Dazu gehören kalte Füße, Verstopfung, Schlafstörungen, Angst, Depression u.v.a. Es gibt nicht wenige Migräne-Patienten, bei denen eine Verstopfung behandelt wurde. Danach besserte sich nicht nur der Stuhlgang, plötzlich war auch die Migräne viel schwächer und seltener.

- Abbau von Migräneauslösern

Was ist ein Migräneauslöser(Migränetrigger)?

Ein Migräneauslöser ist ein Stoff oder eine Situation bei deren Anwesenheit, Auftreten, Anstieg oder Entzug es bei disponierten Menschen(Migränepatienten) zu einem Migräneanfall kommen kann.

Einigkeit herrscht darüber, dass die Migräneauslöser nicht die Ursache der

Migräne sind. Das wird von den Patienten häufig angenommen. „Meine Migräne kommt von meinem Stress." Nein. Der Migräneauslöser ist nur noch der Tropfen, der das volle Fass zum Überlaufen bringt. Um bei dem Beispiel zu bleiben, wir wissen noch nicht, warum das Fass voll ist und ein Tropfen zum Überlaufen führt.

Es wird vermutet, dass man mit durch die Verhütung bzw. die Ausschaltung von Migräneauslösern etwa 30 bis 50% der Migräne-Anfälle verhüten kann.

Die bisher genannten Möglichkeiten kann jeder ohne Kosten, mit wenig Zeit und nur etwas Mühe durchführen. Das wäre besser, als ständig Tabletten einzunehmen, teure Behandlungen durchführen zu lassen oder sich gar operieren zu lassen. Leider sind nur wenige dazu bereit. Wer etwas tut, wird auf jeden Fall eine Verbesserung erreichen. Schon der Entschluss, kann manchmal Wunder wirken.

- Verbesserung der Behandlung des akuten Migräneanfalls

Es gibt eine Reihe nicht-medikamentöser Möglichkeiten, um einen leichten oder auch mittelschweren Migräne-Anfall abzubrechen. Diese Methoden brauchen meist etwas Zeit, sie haben aber keinerlei Nebenwirkungen. Diese Methoden helfen allerdings bei Migräne-Patienten, die an Triptane gewöhnt sind, meist nicht. Sie sind oft verwöhnt, um mit diesen einfachen Methoden etwas zu erreichen. Dann ist es sinnvoller, prophylaktische Methoden zu verwenden, damit die Migräne gar nicht mehr oder nicht mehr so häufig auftritt.

- Verhütung von Migräne-Anfällen

Dafür gibt es drei Vorgehensweisen. Schon die Selbstbehandlung hält einige Methoden bereit, um die Migräne seltener werden zu lassen oder gar zu verschwinden zu lassen. So gibt es seit vielen Jahren verschiedene Berichte von Migräne-Patienten, die mit täglich 5 Minuten Kopfstand ihre Migräne verloren haben. Natürlich ist dazu die Zustimmung des Hausarztes erforderlich. Bei Netzhautablösung oder hohem Blutdruck ist diese Methode natürlich nicht erlaubt. Andere Methoden sind die elektrische Akupunktur oder eine Selbstmassage. Wer selbst nichts tun will oder mit diesen Methoden keinen wesentlichen Erfolg hat, der kann bei sich z.B. die Akupunktur, die Ultraviolettbestrahlung des Blutes oder die Kohlensäure-Insufflation durchführen lassen. Diese Methoden werden allerdings von der Krankenkasse nicht erstattet, sie müssen selbst bezahlt werden. Wer diese Methoden nicht will oder wer nicht so viel Geld hat, der kann auch schulmedizinische Medikamente zur Verhütung der Migräne einnehmen.

- Wenn trotz aller genannten Maßnahmen keine Besserung eingetreten ist, dann sollte man den Beitrag" Wenn nichts hilft" lesen.

 





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